Ein Zitat von Winston Churchill

 


Herzlich willkommen zu meinem „Wort zum Sonntag“. Wie immer, so möchte ich euch auch heute wieder dazu einladen, einfach mal innezuhalten und mit mir gemeinsam über das Leben nachzudenken, denn wir alle brauchen positive Gedanken, die uns stark, mutig und hoffnungsvoll für die neue Woche werden lassen.

Für euch im Gepäck habe ich dieses Mal ein Zitat von Winston Churchill, denn dieser großartige Politiker hat einmal das Folgende gesagt:

„Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.“


Das klingt erstmal logisch und das würde wahrscheinlich auch niemand von euch oder uns in irgendeiner Form in Frage stellen. Nur leben wir auch danach? Die Realität schaut doch oftmals ganz anders aus.

Diese Woche sprach ich lange mit einem sehr guten Freund von mir. Er ist gerade dabei, sich auf ein, für ihn neues Feld vorzuwagen und ein Projekt zu starten, dass immer sein Traum war. Doch urplötzlich hat er starke Zweifel. Wird ihm das, was er da vor hat, überhaupt gelingen? Was wenn dem nicht so ist? Was wenn er scheitert?

Er kann nicht sagen warum, aber auf einmal hat er Angst und diese Angst ist dabei, ihm den Boden unter den Füßen wegzureißen. Also schiebt er sein Vorhaben ganz weit von sich. „Ich werde mich damit befassen, nur heute noch nicht“, sagt er und dieses Verhalten ist absolut normal, denn wir sind Menschen und verfügen als solche über einen Mechanismus, der sich Selbstschutz nennt.

Nur ist das auch der richtige Weg? Ist es besser, einfach stehen zu bleiben, als loszulaufen und dabei möglicherweise zu stürzen?

Eine andere Geschichte. Eine junge Frau ist schwanger. Sie geht zum Arzt und der stellt fest, welch große Freude, sie erwartet Zwillinge. Die werden dann auch geboren, allerdings zu früh und die beiden Kleinen tun sich mit ihrer neuen Umgebung wahnsinnig schwer. Sie haben Bauchweh, weinen und schreien, so wie Babys das eben tun. Für die junge Mutter eine enorme Belastung. An Ruhe ist für sie nicht mehr zu denken und das raubt ihr bisweilen im wahrsten Sinne des Wortes, den „letzten Nerv“. Trotzdem hat sie sich ganz bewusst dafür entschieden, diese Kinder zu wollen, denn stehenbleiben gilt und geht hier einfach nicht. Natürlich fällt sie, natürlich kann sie an manchen Tagen nicht mehr, aber welche Mutter ist schon immer nur gut gelaunt und fröhlich. Diese Frau steht dazu, dass sie fällt, denn sie weiß, sie wird sich jedes Mal auch wieder erheben und weiter machen.

Zwei kleine Beispiel, aus dem Leben gegriffen, die wir alle nachvollziehen können, denn wir alle kennen diese Momente und diese so furchtbaren Augenblicke, in denen wir am liebsten nur liegen bleiben und der Welt zurufen würden: „Lass mich in Ruhe, ich will und ich kann nicht mehr“.

Aufstehen ist schwierig! Aufstehen kostet Kraft! Ja und Aufstehen erfordert Mut. Nach schwerer Krankheit, wieder durchzustarten, nach dem Verlust eines Menschen das Leben wieder zu lieben, das ist von einem Gewicht, dass selbst der stärkste Kämpfer es nicht heben und tragen könnte.

Doch was passiert, wenn wir liegen bleiben? Was geschieht, wenn wir uns nicht wieder selbst und an den eigenen Haaren hochziehen? Umso länger wir liegen bleiben, desto kleiner und schwächer werden wir. Von daher kann und darf das keine Option sein, so verlockend sie auch sein und erscheinen mag.

Allerdings und das ist ebenfalls bemerkenswert, gibt es in Winston Churchills Zitat keinerlei zeitliche Komponente. Er sagt nur:

„Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.“

Und das ist richtig, das stimmt, nur macht er keinerlei Angaben dazu, wann und wie schnell wir wieder aufstehen sollen. Auch das zu erkennen ist wichtig, denn oft ziehen die Hände anderer Menschen schon an uns, wenn wir selbst noch gar nicht dazu bereit sind, wieder zu kämpfen und uns mühsam zu erheben.

Die Lehre aus diesem Satz ist für mich deshalb die:

Umgeworfen zu werden ist keine Schande und nichts, wovor wir Angst haben müssten. Es gehört zum Leben dazu und ist völlig normal. Wichtig ist aber, dass wir überhaupt loslaufen und nicht aus Furcht vor dem Versagen, einfach stehenbleiben. Ja und jedes Mal wenn wir fallen, dann verfügen wir auch über die Kraft, uns selbst wieder hochzuziehen, nur bestimmen wir selbst das Tempo dabei. Helfende Hände wegzustoßen und auszuschlagen ist falsch, sie zu streicheln und ihnen zu sagen, „gib mir einen Moment, ich brauche noch etwas Zeit“, das ist dagegen allerdings richtig und auch unser gutes Recht.

Als ich diesen Blog gestartet habe, hatte ich im Vorfeld große Selbstzweifel. Auch wenn ich neue Menschen in mein Leben lasse, bin ich unsicher und selbst wenn ich Griechenland griechisch spreche, kostet mich das im ersten Moment einiges an Überwindungen, denn möglicherweise sind meine Sprachkenntnisse ja nicht mehr so gut, wie sie es früher einmal waren. Und ja, ja natürlich, ich habe auch schon Dinge gemacht, die mich haben scheitern lassen. All das ist ganz normal. Wichtig ist nur, die Kunst zu beherrschen, einmal mehr aufzustehen, als umgeworfen zu werfen, selbst wenn das in Praxis wahnsinnig schwer ist.

Einen schönen Sonntag wünsche ich euch!

Kommentare

  1. Hallo Giannis,

    uff... Wie fang ich an. Im gross und ganzen gebe ich dir recht, Aufgeben ist keine Option. Aber, ja ich hass das Wort, dennoch muss ich es hier anführen... Aber leider ist das nicht immer möglich. Also das wieder aufstehen. Ich bin dankbar das ich diesen Charakterzug habe. Doch kann ich es so so sehr nachempfinden das es Menschen gibt die das irgendwann nicht mehr können. einfach, weil sie einem zu viel umgeworfen wurden, einmal zu viel sich das metaphorische genick gebrochen haben. Menschen, die Lebensmüde sind, aus was weich ich für tragischen Gründen.

    Der Selbstschutz ist gut, das es den gibt, das Verdrängen, doch bringt das wieder viele andere Probleme mit sich. Menschen, die diesen Mechansimus nicht so haben, denen wird irgendwann alles zu viel. Und das mit der zeit, also sich Zeit geben mit dem wieder aufstehen, ist eben auch so ne Sache... Es kann funktionieren, oder eben auch nicht. Das Umfallen hat ja nicht immer nur mit dem eigenen scheitern zu tun... Aber auch da, gibt es sehr sensible Seelen die das ständige scheitern nicht so gut weg stecken. Klar stehen die meisten wieder auf und kämpfen weiter, doch irgendwann ist auch der beste Kämpfer des kämpfens müde.

    Und ehrlich, ich bin mir nicht sicher ob das immer die Aufgabe ist, die wir hier in diesem Leben haben. Immer und immer weiter zu kämpfen, wer weiss was diese Seele aus diesen Erfahrungen lernen soll.

    Wie gesagt, ich versteh dein Gedanke, und ich geh mehr oder weniger mit, aber eben nur, weil meine Konstitution die Selbe ist wie deine.

    Gedankenvolle Grüsse
    Alexandra

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    1. Liebe Alexandra,

      vielen Dank für deine so gedankenvollen Grüsse. Du weißt, ich schätze deine Worte wirklich sehr und ja, ich glaube du hast Recht, es gibt bestimmt Situationen im Leben, in denen es zur Aufgabe keine Alternative mehr gibt.

      Oft ist es aber so, dass wir uns des Fallens schämen und nicht selten, gehen wir deswegen auch erst gar nicht los.

      Und ja, ob es unsere Aufgabe im Leben ist, immer nur von Insel zu Insel zu schwimmen und zu kämpfen weiß ich nicht. Aber ein neuer Mut kann ja auch etwas Gutes und Befreiendes sein, denke ich!

      Ganz liebe Grüße

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    2. Guten Morgen Giannis,

      Zitat: "Aber ein neuer Mut kann ja auch etwas Gutes und Befreiendes sein, denke ich!"

      Oh, da bin ich völlig bei dir!! Versteh mich nicht falsch, das finde ich auch. Hoffnung und Mut, das sind 2 Dinge die viel Kraft in sich bergen und sind der Motor den uns zum weiter machen bewegen.

      In diesem Sinne wünsche ich dir nicht nur einen schönen Tag sondern, sondern für diesen auch neue Hoffnung ;)

      Alexandra

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